Donnerstag, 13. September 2012

[Rezension] "Die Hexe und der General" von Fran Henz

"Die Hexe und der General" von Fran Henz

"Spiegel waren noch nie ihre Freunde gewesen. Zwischen dem, was
sie darin sah, und dem, was sie sehen wollte, klaffte eine unüber-
brückbare Lücke namens Realität. Darum empfand Tina es als
boshafte Laune einer gelangweilten Schicksalsgöttin, dass ihre erste
Auslandsreise sie in eine Stadt führte, die nur aus Spiegeln, Glas,
Chrom und poliertem Marmor zu bestehen schien." (S. 10)


Das Buch habe ich zufällig auf Amazon entdeckt, weil ich auf der Suche nach einem Buch mit "x" im Titel gewesen bin (siehe ABC-Challenge) und mir dann der glorreiche Einfall gekommen ist, dass sich im Wort "Hexe" ein "x" befindet. Ich fand den Klappentext dieses Buches sehr interessant, weil die Geschichte mE doch ziemlich ungewöhnlich erschien. Also landete das gute Stück im Einkaufswagen und schließlich bei mir zu Hause.

Im Folgenden kann man Informationen über das Buch in Form von Trivia, Klappentext und einer Rezension erhalten. Die Rezension gliedert sich in Stil, Plot und einer persönlichen Wertung.
Viel Vergnügen beim Lesen!




Trivia:

  • Titel: Die Hexe und der General
  • Autor: Fran Henz
  • Seiten: 323
  • 1. Auflage 2011 (erschienen jedoch bereits 2007 bei Ullstein)
  • AAVAA Verlag UG, Berlin
  • ISBN: 978-3-86254-281-9

Klappentext:

Die gutmütige Tina - Hexe mit eher bescheidenen Fähigkeiten
und weder mit ihrem Leben noch mit ihrer Figur zufrieden -
reist mit ihrer besten Freundin Alexa nach Schanghai. Dort
trifft sie auf den undurchsichtigen Greg, Tai Pan von Bannert
Enterprises und Bruder von Alexas großer Liebe. Ehe sie es sich
versieht, hat er sie ins 17. Jahrhundert entführt, wo er als
General Tang Yun Long noch eine Rechnung zu begleichen hat
- mit dem Mann, der ihn damals ermordete.

Tang ist ein rechthaberischer, befehlsgewohnter Krieger, der
seine Ziele kompromisslos verfolgt. Trotzdem fühlt sich Tina
von ihm seltsam angezogen. Doch da existiert dieses Gerücht
über Hexen und Sex, das verhindern könnte, dass sie jemals
wieder zurück in die Gegenwart gelangen ...

Rezension:

Der Roman "Die Hexe und der General" wurde von der in Wien lebenden Autorin Fran Henz verfasst und ist am 23. März 2011 beim AAVAA-Verlag neu erschienen, ursprünglich im September 2007 bei Ullstein. 

Stil

Zum Stil lässt sich nicht viel sagen, da es sich hier um einen klassischen, belletristischen Roman handelt. Der Stil ist einfach, gespickt mit vielen Dialogen. Geschrieben ist in Dritter-Person, dh. der Leser hat den allumfassenden Blick inne, wobei man Einblicke in die Gedankenwelt der zwei Protagonisten erhält. Die Autorin verbindet dabei geschickt historische und moderne Aspekte, da detaillierte Schilderungen über das moderne Shanghai zu finden sind, aber auch über das China des 17. Jahrhunderts, in Form von Sitten, Bräuchen und Behausungen.

Plot

Hauptsächlich geht es um das Schicksal der Hexe Tina, die sich selbst aufgrund ihrer rundlichen Figur für unattraktiv hält. Ihre Nachbarin und sog. Freundin Alexa, die das genaue Gegenteil von Tina darstellt (blond, groß, schlank), überredet sie mit ihr und ihrem Partner Phil nach Shanghai zu fliegen und Phils Bruder Greg zu treffen. Diese Reise ändert schließlich das Leben der Hexe gewaltig, da sie schließlich von Greg, der sich als Zeitreisender chinesischer General entpuppt, ins 17. Jahrhundert entführt wird, um ihn bei der Suche nach seinem Mörder zu helfen.

Rezension

Ich habe das Buch innerhalb von acht Stunden verschlungen. Muss ich mehr sagen? 
Es fällt natürlich mit den 323 Seiten etwas knapp aus, aber es hat ungemeinen Spaß gemacht, mit Tina und Tang durch das alte China zu reiten. Die Thematik einer zeitreisenden Hexe ins alte China empfand ich als sehr anregend, da ich selten Romane in der Hand habe, die sich in diesem Setting abspielen. Man merkt schließlich der Autorin an, dass sie Interesse an Völkerkunde und Mythologien hat, da sie diese lebendig wiedergibt. Auch die Beziehungsdynamik zwischen den beiden Protagonisten, die unterschiedlicher nicht sen können, hat ein großes Lesevergnügen bereitet. An manchen Stellen empfand ich Tinas Verhalten dann doch fragwürdig oder übertrieben, aber das sind nur Kleinigkeiten. Insofern kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen, weil die Geschichte sehr unterhaltsam und bei ihrer Unglaublichkeit doch relativ authentisch rübergekommen ist. Von der Autorin werde ich mir auf jeden Fall noch ein weiteres Werk beschaffen!

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