Mittwoch, 10. Oktober 2012

[Rezension] "Dragonfly in Amber"//"Die geliehene Zeit" von Diana Gabaldon

Die geliehene Zeit von Diana Gabaldon
"Dreimal erwachte ich, bevor der Morgen dämmerte. Zuerst erfüllte 
mich Trauer, dann Freude und schließlich ein überwältigendes Gefühl 
der Einsamkeit. Die Tränen des Schmerzes weckten mich; 
sie netzten mein Gesicht, tröstlich wie kühlendes Wasser. ich preßte 
den Kopf in die nassen Kissen und ließ mich auf dem salzigen Strom 
in die Tiefen meiner Trauer gleiten, in das Vergessen, das der Schlaf
mir bot."


Wenn man den ersten Teil einer Saga gelesen hat, ist es fast schon selbstverständlich, dass man sich auch den zweiten zu Gemüte führen will - vor allem, wenn es sich um ein so spektakuläres Paar wie die 'sassenach' Claire und den Schotten Jamie handelt aus dem Ursprungsroman "Feuer und Stein".
Leider habe ich zwei Anläufe gebraucht, um es ganz durchzulesen. Den ersten habe ich (glaube ich) vor knapp einem Jahr gemacht und es immerhin bis fast zur Hälfte durchgehabt, dann aber leider aufgehört. Für die Challenge habe ich es schließlich wieder ausgepackt und dann erneut von vorne endlich komplettieren können.
Übrigens ist dieses Buch mitunter ein Auslöser dafür, dass ich mich letztendlich für den Kauf eines Kindle entschieden habe, was man unter anderem hoffentlich zuerst am Zustand des Buches erkennen kann - es ist Opfer davon geworden, dass ich einmal in ein Unwetter gekommen bin und mir dann zu allem Überfluss auch noch bei meinem nächsten Leseanlauf in die Badewanne gefallen, was mir wirklich in der Seele wehtut, aber jetzt kann es sich in meinem Regal endlich verdient ausruhen.

Im Folgenden kann man Informationen über das Buch in Form von Trivia, Klappentext und einer Rezension erhalten. Die Rezension gliedert sich in Stil, Plot und einer persönlichen Wertung. Ich gehe übrigens davon aus, dass die Leser bereits die Grundkenntnisse aus dem ersten Teil haben.
Viel Vergnügen beim Lesen!



Trivia:

  • Titel: Die geliehene Zeit (orig. Dragonfly in Amber)
  • Autor: Diana Gabaldon
  • Seiten: 992
  • 13. Auflage 2004 (Taschenbuchausgabe)
  • Blanvalet Verlag, München
  • ISBN: 978-3-442-36106-9

Klappentext:


Zwanzig Jahre lang hat Claire ihr Geheimnis bewahrt,
doch nun kehrt sie mit ihrer Tochter Brianna nach Schottland
zurück. Und mitten in den Highlands, auf einem 
verwunschenen alten Friedhof, schlägt für sie die STunde
der Wahrheit.

Rezension:

1992 veröffentlichte Diana Gabaldon mit "Die geliehene Zeit" den Nachfolger ihres erfolgreichen Roman-Erstlings "Feuer und Stein" ("Outlander"). Für die Übersetzung der hier vorliegenden Ausgabe waren Sonja Schuhmacher, Rita Seuß und Barbara Steckhan zuständig.

Stil - klassischer historischer Roman

Auch hier hat man es wieder mit einer recht einfachen Sprache zu tun, jedoch gespickt mit einigen Perspektivwechseln, wobei der Hauptteil des Buches aus der Ich-Perspektive von Claire geschrieben ist, am Anfang und Schluss jedoch in der dritten Person, aus Sicht von Roger Wakefield.

Plot - eine Odysee durch die Geschichte

 Der Plot ist nun so strukturiert, dass man sich anfangs im Jahr 1968 wiederfindet und Roger Wakefield, den Adoptivsohn des Reverends aus Inverness kennenlernt, welcher den Haushalt des mittlerweile verstorbenen alten Mannes auflösen muss. Unerwartet steht schließlich Claire mit ihrer Tochter Brianna vor der Haustür. Claire ist mittlerweile Oberärztin an einem renommierten Krankenhaus und hat sich entschlossen in Inverness, in Schottland, dem Ort, wo damals alles begann, ihrer Tochter - und Roger Wakefield - zu erzählen, was ihr passiert ist. Insofern ist das Buch in sieben Teile mit insgesamt 49 Kapiteln unterteilt. Den Großteil nimmt dabei Claires Erzählung ein, wo der Leser schließlich ab dem zweiten Teil erfährt, wie es nach "Feuer und Stein" weiterging, wobei der Startpunkt "Le Havre" in Frankreich im Februar 1744 ist. Während des Hauptteils erfährt man schließlich, wie Claire wieder in der Gegenwart gelandet ist und ob es ihr und Jamie gelungen ist, ihren Plan (sie wollten das Massensterben der Schotten im Culloden Moor verhindern) umzusetzen.

Bewertung - Fakten, Namen und ein hohes Maß an Ausdauer

Mit dem Cliffhanger am Schluss von "Feuer und Stein" ist man als Leser/in natürlich gespannt, wie es mit Claire und Jamie weitergeht, vor allem aufgrund der geschickten Kombination aus trockener Geschichte und leidenschaftlicher Liebe. So sind die Schilderungen der Autorin durchaus sehr interessant, da man authentisch wirkende Einblicke beispielsweise in die Pariser Gesellschaft des 18. Jahrhunderts erhält. Dennoch erschien mir der Roman im Großen und Ganzen etwas zu langatmig, teilweise haben sich Begebenheiten (vor allem in Paris) für meinen Geschmack zu lange hingezogen. Zusätzlich ist es empfehlenswert, keine zu großen Zeitabstände während dem Lesen der Reihe zu lassen, da SEHR viele Namen auftauchen und man leicht den Überblick verliert, bei all den historischen Figuren und Nebenfiguren. Alles in allem ist "Die geliehene Zeit" ein typisches Nachfolgerbuch, was zwar nicht diesen großen Wow-Effekt hinterlässt, wíe es bei "Feuer und Stein" der Fall gewesen ist, aber durchaus lesenwert erscheint.

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