Donnerstag, 11. Oktober 2012

[Rezension] "Rubinrot. Liebe geht durch alle Zeiten" von Kerstin Gier

"Während sie sich auf die Knie fallen ließ und anfing zu weinen,
schaute er sich nach allen Seiten um. Wie er vermutet hatte, war
der Park um diese Uhrzeit menschenleer. Joggen war noch lange
nicht in Mode und für Penner, die auf der Parkbank schliefen,
nur zugedeckt mit einer Zeitung, war es zu kalt." S. 7




Die Reihe "Rubinrot", "Saphirblau" und "Smaragdgrün" ist mir jedes Mal ins Auge gesprungen, wenn ich mich in einem Buchladen befand um zu schmökern. Ich stand immer wieder davor und sagte "Eines Tages werde ich euch besitzen!" Vor allem das Cover und die Titel haben mich sehr stark angesprochen.
Vor etwa einem halben Jahr entdeckte ich einen Schuber mit der Trilogie und konnte schließlich nicht mehr widerstehen. Sehr dekorativ thront der Schuber nun auf meinem Regal. :) Und offensichtlich kommt sogar eine Verfilmung im März 2013 in die Kinos - da bin ich sehr gespannt drauf, mehr als auf die von "Vielleicht lieber Morgen" (weil ich Emma Watson zwar toll finde, aber sie ist einfach keine Sam...).

Im Folgenden kann man Informationen über das Buch in Form von Trivia, Klappentext und einer Rezension erhalten. Die Rezension gliedert sich in Stil, Plot und einer persönlichen Wertung.
Viel Vergnügen beim Lesen!

Trivia:

  • Titel: Rubinrot. Liebe geht durch alle Zeiten
  • Autorin: Kerstin Gier
  • Seiten: 345
  • Sonderausgabe 2012
  • Arena Verlag, Würzburg
  • ISBN: 978-3401067636


Klappentext:


Manchmal ist es ein echtes Kreuz,
in einer Familie zu leben, die jede Menge
Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist 
zumindest die 16-jährige Gwendolyn.
Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel
im London um die letzte Jahrhundertwende
wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausge-
rechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer
Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist:
Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst
nicht verlieben sollte. Denn das macht die
Sache erst recht kompliziert!


Rezension:

"Rubinrot. Liebe geht durch alle Zeiten", verfasst von Kerstin Gier und im Februar 2009 veröffentlicht, ist der Start einer Trilogie, welche die weiteren Teile "Saphirblau" und "Smaragdgrün" umfasst. Die Reihe kann man dem Genre Jugend- aber auch Frauenroman zuordnen. Mit "Rubinrot" hat Kerstin Gier einen sehr populären Roman geschaffen, welcher sich beispielsweise 54 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste befand oder sogar in 19 Sprachen übersetzt wurde. Aktuell ist sogar eine Kinoverfilmung in der Produktion - die Premiere findet voraussichtlich am 14. März 2013 statt. (Wer mehr Infos zum Film möchte, kann hier auf die Homepage gehen)


Stil - abwechslungsreiche Dialoge

Der Stil ist, wie es für Jugend/Frauenromane typisch ist, recht einfach gehalten. Die Geschichte wird aus Sicht von der 16-jährigen Gwendolyn geschildert. Ein stilistisches Hauptmerkmal sind weiter die sehr lebendig gestalteten Dialoge und die detailierten Gedanken von Gwendolyn, wodurch ein sehr spannender, mitreißender und unterhaltsamer Flair entsteht.


Plot -  ein ansprechendes Universum entsteht

Wie im Klappentext bereits angedeutet, hat es die 16-jährige Gwendolyn auf vielfältige Weise nicht leicht: Da wäre zum einen ihre Tolpatschigkeit und zum anderen ihre Verwandtschaft, die sie massiv ihre Zweitrangigkeit gegenüber der angeblich perfekten Cousine Charlotte spüren lassen. Als herauskommt, dass Gwendolyn eigentlich der 'Rubin' in den Reihen der zwölf Zeitreisenden ist und nicht Charlotte, kann sie sich glücklicherweise auf ihre Mutter Grace, die jüngeren Geschwister Nick und Caroline und vor allem auf ihre beste Freundin Leslie verlassen. Dabei ist es hauptsächlich Leslie, die Gwendolyn hilft, einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn sie muss nicht nur den ganzen Unterricht in Sachen Zeitreisen nachholen, sondern auch dem Gefühlschaos standhalten, was ihr Zeitreisepartner Gideon verrichtet. 

Bewertung - "wenn ich doch nur eine Torte zur Hand hätte..."

Wie oben bereits erwähnt, hatte das Buch aufgrund der Gestaltung einen gewissen Reiz auf mich ausgeübt. Dennoch ist es mir während der ersten 20-30 Seiten schwer gefallen, mich an das Universum zu gewöhnen. Zum einen, weil ich zuvor einen Roman aus der Sicht einer 30-jährigen Protagonistin gelesen habe, was von der Art her durchause in Kontrast zu der Gedankenwelt einer 16-jährigen ist, und zum anderen, da Kerstin Gier etwas für mich komplett Neues erschafft, was ich vom Lesen her sehr erfrischend fand. Das Neue ist für mich die Thematik der Zeitreise, die im Kontext einer genetisch bedingten Anomalie auftritt. Jedoch haben es schließlich die so teilweise köstlich formulierten Gedanken und Vergleiche (Gwendolyn und Leslie vergleichen oft Situationen aus ihrem Alltag mit denen aus Filmen) geschafft, dass ich mit der Geschichte schnell warm werde. Auch Gideon gefällt mir sehr gut, wahrscheinlich, weil ich eine Schwäche für geheimnisvolle Männer habe (wie Gwendolyn, haha) bzw. weil sein Charakter wesentlich mehr Tiefe verspricht. Ebenso deuten die Erzählstränge daraufhin, dass es sich hierbei nicht um eine lineare Geschichte handelt, sondern dass im Finale schließlich der optimale Durchblick stattfinden wird. Reizvoll ist auch, dass man als Leser wie Gwendolyn schließlich peu à peu herausfindet, was es letztendlich mit dem 'Geheimnis hinter dem Geheimnis' auf sich hat. An sich stellt "Rubinrot" einen wunderbaren Auftakt einer Trilogie dar und ist verdienterweise weltweit erfolgreich, was einerseits an den interessanten und lebendigen Charakteren liegt, (ich habe in einem Kommentar bereits geschrieben gehabt, dass ich so manches Mal gerne ins Buch gesprungen wäre, um Charlotte und ihrer Mutter einen Stapel Torten ins Gesicht zu werfen) aber auch an der sehr netten Erzählweise, man fühlt sich als Leser nicht über- oder unterfordert. Hut ab Kerstin Gier, ich bin gespannt auf mehr! 

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