Donnerstag, 17. Januar 2013

[Rezension] "Der König der Komödianten" von Charlotte Thomas

"Der König der Komödianten" von Charlotte Thomas

"Mucksmäuschenstill lag ich der Länge nach 
ausgestreckt auf dem Deckenbalken und starrte hinunter zu dem Paar 
auf dem Küchentisch." (S. 9)

Dieses Buch habe ich damals im hiesigen Osiander erstanden. Angesprochen hat mich einerseits natürlich das Cover, andererseits aber auch der Titel, denn "Der König der Komödianten" hört sich sehr spannend an - und ich wurde nicht enttäuscht!

Im Folgenden kann man Informationen über das Buch in Form von Trivia, Klappentext und einer Rezension erhalten. Die Rezension gliedert sich in Stil, Plot und einer persönlichen Wertung.
Viel Vergnügen beim Lesen!

Trivia:

  • Titel: Der König der Komödianten 
  • Autor: Charlotte Thomas 
  • Seiten: 704 
  • 1. Auflage November 2011 
  • Bastei Lübbe Verlag, Köln 
  • ISBN: 978-3-404-16594-0


Klappentext:


Veneto, 1594: Sie sind ein bunt zusammen-
gewürfelter Haufen - eine hinreißende Hauptdarstellerin,
ein waffenstarrender Zwerg, ein schlitzohriger Intendant
und dessen bockige Enkelin. Mitten hinein in dieses
schillerende Ensemble gerät der völlig unerfahrene achtzehn-
jährige Marco. Begeistert von der faszinierenden Welt des
Theaters zieht er mit der Truppe nach Venedig, wo es
bald um Sein oder Nichtsein geht: Nur ein neues Stück kann
das Ensemble noch retten. Langsam entwickelt
sich Marco vom einfachen Kulissenschieber zum Autor
seines eigenen Stücks - doch bis er dieses auf die Bühne
bringen kann, muss er noch viel lernen. Über das Schreiben.
Über die Liebe. Und vor allem über das Leben selbst. 

Rezension:

"Der König der Komödianten" ist ein historischer Roman, welcher von Charlotte Thomas (alias Eva Völler) verfasst und November 2011 vom Bastei Lübbe Verlag publiziert wurde. Erwähnenswert ist, dass der historische Roman mit dem "Historikus" (siehe dazu im FAQ der histo-couch) ausgezeichnet wurde.

Stil - Historischer Roman mit lebendigen Ortsbeschreibungen: Venedig zum Anfassen

Gemäss einem historischen Roman, lebt die Geschichte vor allem von den sehr plastischen Ortsbeschreibungen und den vor allem hier sehr liebevoll gestalteten Protagonisten. Als Leser erlebt man die Welt aus der Perspektive vom 18-jährigen Marco Zianni. Dabei hat es Charlotte Thomas überzeugend geschafft, sprachlich die Naivität des jungen Mannes einzufangen, mehr dazu jedoch im weiteren Teil der Rezension. Ebenfalls sehr positiv ist die Beschreibung von Venedig; man spürt als Leser regelrecht, dass die Autorin wohl eine gewisse Faszination für die Stadt der Lagunen übrig hat und man bekommt schliesslich selbst Lust, sofort die Sachen zu packen und selbst nach Venedig zu reisen.

Plot - "Die besten Theaterstücke schreibt das Leben selbst"

Wie im oberen Teil bereits erwähnt, handelt die Geschichte vom 18-jährigen Marco Zianni im Jahre 1584, welcher eine sehr unbeschwerte und behütete Kindheit auf dem Landgut seines Onkels Vittore hatte und fernab jeglicher Zivilisation aufgewachsen ist. Die gesamte Handlung ist in mehrere Abschnitte unterteilt, welche sich vom März bis Juli 1584 abspielt. Startpunkt ist der Tod seines Onkels, der bezeichnenderweise während des Geschlechtsverkehrs mit der mütterlichen Haushälterin Paulina eintrat. Damit beginnen für Marco die Schwierigkeiten, denn er erfährt nur zufällig, dass ihm sein Onkel ein beträchtliches Vermögen hinterlassen hat und ihm das der Prior sowie Notar streitig machen könnten. Durch einen weiteren Zufall trifft er auf die "Incomparabili", eine Theatertruppe mit "unglaublichen", denen er sich letztendlich nach einer erfolgreichen Flucht aus dem Kloster des Priors anschließen kann. Gemeinsam mit der Schauspieltruppe zieht er schließlich nach Venedig, der Stadt seiner Träume und muss bald feststellen, dass er sich selbst in einem Intrigennetz befindet.

Persönliche Bewertung - Italienischer Flair der Renessaince gepaart mit amüsanter Geschichte

"Der König der Komödianten" ist schließlich ein Roman, welchen ich ohne Bedenken weiterempfehlen kann. Ich hatte sehr viel Vergnügen beim Lesen, einerseits, weil Marco in bestimmten Situationen (vor allem wenn es um Frauen geht) ein purer, naiver Trottel ist, den man am Liebsten schütteln würde, andererseits der Plot eine sehr angehme Fügung der Ereignisse aufweist. Charlotte Thomas hat es dabei verstanden, dass sich alles fügt und ein Mosaik ergibt, welches zum Lesen einlädt. Es kam nicht selten vor, dass ich schmunzelnd, sogar lachend da saß, weil manche Situationen so köstlich geschildert waren. Sie hat es dabei verstanden, eine Balance zwischen authentischen Schilderungen der damaligen Zeit und einer tollen Handlung zu finden, was das Lesen zu einem wahrhaftigen Vergnügen macht. Abschliessend soll noch ein Lob an Illustrator Jan Balaz ausgesprochen werden, dessen Illustrationen die einzelnen Zeitabschnitte zieren und sehr schön in der Darstellung sind, wodurch eine intensivere Atmosphäre geschaffen wird.

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